Helferinnen und Helfer gesucht

Seit Herbst 2015 kümmern sich Frauen und Männer aus dem Helferkreis um die meist syrischen Flüchtlinge. Vieles hat sich seit dem geändert. Manche haben schnell privat und beruflich ihren Weg gefunden. Andere haben noch Schwierigkeiten Deutsch zu lernen, mit der der anderen Kultur zurechtzukommen, benötigen Hilfe beim Verständnis von Behördenbriefen oder brauchen einfach jemanden zum Reden. Es gibt auch Heimweh,  Angst um die Familie in Syrien und unverarbeitete eigene Erlebnisse. Letztlich haben alle Flüchtlinge jedoch gleiche Bedürfnisse wie wir: Sie wollen leben, mit Familie, mit Freunden, mit Arbeit und einer Wohnung und selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen.

Um diese Arbeit auf mehr Schultern zu verteilen, sucht der Helferkreis beherzte, lebenserfahrene und offene Menschen, die bereit sind Flüchtlinge auf ihrem Weg zu begleiten.

Angst brauchen Sie keine zu haben, wie eine Helferin sagt: " Ich fühle mich in keiner Sekunde bedroht oder gefährdet, wenn ich nachts um 23 Uhr alleine als Frau bei ihnen sitze. Es sind Menschen mit den gleichen Bedürfnissen wie wir, aber mit einem anderen Hintergrund und mit viel seelischem Gepäck auf den Schultern."

Wer es sich vorstellen kann hier zu helfen und zu begleiten wendet sich bitte an:

Erentrud Wenzel, Imterstraße 19, Zollenreute
Tel. 07525-913734 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Buchtipp: Wir sehen alle denselben Mond

Wir sehen alle denselben Mond ist ein authentischer Bericht über die nervenaufreibende Organisation einer Familienzusammenführung. Gegen alle Widerstände ist es der Autorin gelungen, eine Frau und ihren 10jährigen Sohn von Damaskus in Syrien über Jakarta in Indonesien nach Deutschland zu bringen. Das Buch, das von vorne und hinten beginnt, ist in einer zweisprachigen Version (deutsch/arabisch) erhältlich.  Zwei Sprachen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten - nach 140, bzw. 116 Seiten begegnen sie einander.

Weitere Informationen zum Buch und der Autorin Biggi Mestmäcker und eine Leseprobe finden Sie hier: www.wirsehenalledenselbenmond.de

Jedem kann mal was passieren ...

Jeder kann mal einen Fehler machen. Aus Unachtsamkeit oder Versehen. Ein kleiner Unfall mit dem Fahrrad, ein Kind wirft eine Ball auf die Straße, jemand fügt einem anderen unabsichtlich einen Schaden zu. Er wird dafür haftbar gemacht und muss unter Umständen für die Folgen (Lohnausfall, Sachschäden, Personenschäden) viel bezahlen.

Vor solchen Gefahren sind auch die Geflüchteten nicht gefeit. Abhilfe schafft eine Haftpflichtversicherung. Die Kosten sind mit 30-35 EUR/Jahr für eine Einzelperson und 60-65 EUR/Jahr für eine Familie überschaubar.

Erweitertes Führungszeugnis in der Flüchtlingshilfe

Entsprechend der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Vereinen, Jugendhilfeorganisationen benötigen Helferinnen und Helfer ebenfalls ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis. Die Stadt Aulendorf hat dazu ein Schreiben an die Freiwilligen versandt:

Anschreiben_Stadt Aulendorf

Da es keine vollständige Liste aller Helferinnen und Helfer gibt, kann es passieren, dass Sie nicht angeschrieben wurden.In diesem Fall bitten wir um Kontaktaufnahmen mit Sonja Hummel.

Flüchtlinge ziehen teilweise um

Etliche Flüchtlinge ziehen am 23.11.2016 innerhalb Aulendorfs um. Seit November letzten Jahres haben circa  90 syrische Flüchtlinge im ehemaligen Altenheim Zuflucht gefunden. Da dieses nun ab November als kommunale Anschlussunterbringung genutzt wird, werden nun ein Teil der Flüchtlinge in die Containeranlage im Lehmgrubenweg einquartiert. Diese wird dann als vorläufige Unterbringung vom Landkreis eingerichtet. Der Sozialbetreuer der Caritas Bodensee-Oberschwaben, Stefan Fischer und Fabian Doser, werden auch künftig Ansprechpartner der Flüchtlinge bleiben.

8.-Klässler lehren Mülltrennung

Die 8. Klasse der WRS der Schule am Schlosspark war am Donnerstagmorgen bei den syrischen Flüchtlingen im ehemaligen Altenheim in Aulendorf zu Gast. Ziel ihres Besuches war es, den Bewohnern das Ravensburger Mülltrennungssystem zu erläutern und dieses System auch im Flüchtlingsheim einzuführen.
Dazu hatten die Schülerinnen und Schüler unter der engagierten Anleitung ihrer Lehrerin Annette Kammel ein Farbsystem für eine klare Beschilderung überlegt. Im Unterricht hatten sie schöne Hinweisschilder für Glas, Dosen, Papier und Plastikverpackungen hergestellt und mitgebracht. Die Schilder sind mit Verpackungsbeispielen und Bildern beklebt, um auf einen Blick deutlich zu machen, wo welche Verpackung hingehört. Die Stadträtinnen Karin Halder und Christine Vogt hatten farblich passende Boxen besorgt, in denen der wiederverwertbare Abfall in Zukunft auf jedem Stockwerk gesammelt wird. Die Boxen wurden vom Bündnis für Umwelt und Soziales e.V. (BUS) gespendet.
Die Bewohner und die Schüler versammelten sich alle im Gemeinschaftsraum des zweiten Stockwerkes und erklärten anschaulich das System, indem sie mitgebrachten Verpackungsmüll in die einzelnen Sammelboxen sortierten. Samer, einer der syrischen Flüchtlinge, die schon gut Deutsch sprechen, übersetzte sicherheitshalber alles auch noch einmal auf Syrisch. Im Anschluss gab es noch ein gemeinsames Frühstück mit Tee und Zopfbrot, wobei noch bestehende Fragen zu Details des Müllsystems erklärt wurden und die Zopfverpackung gleich auf die richtige Box sortiert wurde. Bilal, ein Flüchtling, der im Haus bisher für die Müllentsorgung zuständig ist, wird in Zukunft auch die Leerung der Boxen in die passenden Container für Altglas, Dosen, Papier und Plastik übernehmen. Damit ist ein weiterer Schritt in Richtung Integration gemacht.

(Text: Pierre Groll)