Unterstützung für das Projekt Hoffnungshäuser in Aulendorf

Im Herbst 2015 hat sich der Helferkreis fast ausschließlich um die Erstunterbringung und Erstversorgung von Geflüchteten gekümmert. Mit der Unterbringung im ehemaligen Alters- und Pflegeheim konnte eine sozial verträgliche Lösung gefunden werden, die auch geholfen hat Konflikten zu vermeiden.

Schnell wurde jedoch deutlich, dass es mit der Erstunterbringung nicht getan ist und bezahlbarer Wohnraum für viele Menschen mit geringerem Einkommen kaum zur finden ist. Das Problem geht weit über Geflüchtete hinaus und muss in einem größeren Zusammenhang gesehen werden. Vor diesem Hintergrund fand im November 2016 ein erster öffentlicher Themenabend zum Thema „Wohnraum schaffen“ in Aulendorf statt. Baubürgermeister Bastin aus Ravensburg stellte Wohnraummodelle aus Ravensburg vor, Christian Mayer von der Caritas berichtete über leerstehende Wohnungen, zunehmenden Zuzug verschiedenster Menschen in unsere Region durch Vollbeschäftigung, letztlich wurden die Grundzüge der kirchlichen Wohnrauminitiative HEREIN entwickelt. Herr Reger vom Bau- und Sparverein in Ravensburg berichtete über neue und alte Formen genossenschaftlichen Wohnraums.

In der Folge entschied sich der Aulendorfer Gemeinderat die kirchliche Wohnrauminitiative HEREIN zu unterstützen. Leerstehender Wohnraum z. B. in Einliegerwohnungen sollte an Menschen mit geringem Einkommen vermietet werden. Durch die intensive Begleitung der Mieter und einer Mietgarantie konnten einige Wohnungen gefunden werden.

Gleichzeitig versuchte eine kleine Arbeitsgruppe Modelle für die Schaffung von sozialen Wohnraum zu entwickeln. Sei es eine genossenschaftliche Form oder ein Investorenmodell verbundenen mit der Diskussion um den Standort in der Kornhausstraße. Es gab informative Gespräche mit verschiedenen Genossenschaften, die in der Region im sozialen Wohnungsbau tätig sind. Die Zielrichtung war es immer Wohnraum für verschiedenste Menschen aus unterschiedlichen Berufen zu schaffen. Das einzigste verbindende Merkmal wäre die Berechtigung für eine Sozialwohnung.

Schließlich konnte ein Kontakt zur Stiftung Hoffnungsträger hergestellt werden. Nach vielen Diskussionen, fehlendem Grundstück, anderen wichtigen Themen hat sich der Gemeinderat im Dezember 2020 zu dem Projekt sozialen Wohnungsbau in Aulendorf entschieden. Das ist eine mutige und richtige Entscheidung, sowie eine Chance für Aulendorf.

Eine Chance zu beweisen, dass

  • auch eine kleine Stadt es sozialen Wohnungsbau fördert und fähig ist neue Wohnbauprojekte umzusetzen
  • uns soziale Gerechtigkeit wichtig ist
  • wir es schaffen auch für Menschen mit geringem Einkommen attraktiven Wohnraum zu schaffen
  • wir soziales Engagement nicht auf Sonntagsreden oder eine Spende zu Weihnachten beschränken
  • wir auch den Aulendorfern, die sich die hohen Mieten nicht leisten können und deshalb in der Obdachlosenunterbringung in der Schussenrieder Straße untergebracht sind, eine faire Chance zu ermöglichen, eine richtige Wohnung zu bekommen

Nicht allen wird vielleicht der Standort gefallen. Städtebaulich passen die geplanten Häuser gut in den Riedweg. Die Holzbauweise ermöglicht einen optischen Übergang vom Friedhof zur übrigen Bebauung. Auch heute gibt es im Riedweg bereits größere Mehrfamilienhäuser und Einfamilienhäuser in gemischter Bauweise.

 

Andreas Schulte

 

 

 

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